21. November 2016

Der Syrien-Konflikt

Täglich hören wir schlimme Nachrichten aus Syrien. Seit März 2011 herrscht dort Bürgerkrieg. 4,5 Millionen Menschen haben das Land verlassen. Zum Vergleich: In Berlin leben 3,4 Millionen Einwohner. Nur knapp zwölf Prozent aller syrischen Geflüchteten suchen seitdem Schutz in Deutschland. Viele verbleiben in Nachbarländern wie dem Libanon oder der Türkei. Aber warum herrscht in Syrien überhaupt Krieg?

 

Wir drehen einmal die Zeit zurück: Seit 2000 ist Bashar al-Assad Präsident in Syrien. In Deutschland steht Angela Merkel als Bundeskanzlerin an der Spitze der Politik. Assad will keine demokratische Regierung, wie wir sie in Deutschland haben. Hier kann beispielsweise jeder seine Meinung sagen und muss dafür nicht ins Gefängnis. In Syrien schon: Assad hat viele wichtige Positionen in Wirtschaft, Militär und Politik und den Medien mit seinen Leuten besetzt. So hat er die Kontrolle über alle wichtigen Entscheidungen im Land. Bis März 2011 hat sich das syrische Volk nicht getraut, dagegen etwas zu tun.

 

Bashar al-Assad

 

Doch dann kommt es zum sogenannten Arabischen Frühling: Im Frühjahr 2011 demonstrieren Menschen in den arabischen Ländern Tunesien, Libyen und Ägypten erstmals gegen ihre Diktatoren. Sie fordern Demokratie.

 

Nun fassen die Menschen in Syrien ebenfalls Mut. Syrische Bürger fordern einen politischen Wandel. Obwohl sie friedlich demonstrieren, schießt die syrische Armee auf die Demonstranten. Viele Bürger sterben. Es ist März 2011 – jetzt kämpft auch das Volk mit Waffen. Der syrische Bürgerkrieg beginnt und jeder kämpft gegen jeden. Viele Zivilisten migrieren.

 

Doch wer kämpft neben der syrischen Armee und den bewaffneten Bürgern noch mit?

Eingemischt in Syrien haben sich auch Terrororganisationen wie der sogenannte Islamische Staat (IS) und die Jabhat al-Nusra-Front (JaN). Sie sagen, sie würden für den Islam kämpfen und wollen einen noch strengeren islamischen Staat errichten, der keine Grundrechte kennt. Der Islam ist jedoch eine friedliche Religion; viele Vertreter distanzieren sich bewusst vom IS und sagen, dass der Terror nicht im Sinne des Islams sei.

 

Die Bürger bekämpfen sich auch untereinander, da auch sie verschiedenen Religionsgemeinschaften oder Gruppen angehören.  Russland und die USA kämpfen in Syrien gegen die Terrororganisationen. Die Türkei will die Kurden, ein Volk im Nordosten Syriens, vertreiben. Und Syriens Nachbarstaaten mischen sich ebenfalls ein. Stand 2017: Ein Ende des Konflikts ist noch nicht in Sicht.